HISTORISCHES

1560 vermutlich schon als Gasthaus erbaut, ist der Ratskeller Wiedenbrück mit seinen ausdrucksstarken Schnitzereinen und Sinnsprüchen eines der schönsten Fachwerkhäuser im über 1000 Jahre alten Wiedenbrück. In direkter Nachbarschaft zur Aegidiuskirche gelegen warnen Darstellungen und Symbole und der mittelhochdeutsch verfasste Spruch vor den Folgen von der Völlerei. Dort steht in heutiger Mundart etwa folgendes „Wehe, die ihr früh aufsteht und eiligst zum Zechen geht, sauft euch voll, liebet Hurenfreuden als wäret ihr toll, versäumet euer Seligkeit und vergesset die Barmherzigkeit, darum will ich euch mit Angst umfangen , die Hölle hat nach euch verlangen.“

Genaueres über die Bewohner und Nutzung des Hauses wissen wir jedoch erst ab 1800. Ende des 18. Jahrhunderts wird ein gewisser Wilhelm Heising als „Wirtschafter“, „Bäcker“ und „Waagemeister“ erwähnt.

1854 kam das Haus durch Heirat in den Besitz der Familie Surmann. Das nun aus einer Bäckerei, Wirtschaft und einem Handel für den täglichen Bedarf bestehende Geschäft entwickelte sich stetig fort

1888 wurde es beim Amtsgericht Wiedenbrück ins Firmenregister eingetragen.

1889 trat man dem Krämeramt bei.

1895 wurde hier die Spar- und Darlehnskasse gegründet, dessen 1. Vorsitzender Heinrich Surmann wurde.

Die Gründung eines Kohlen- und Kunstdüngerhandels machte das Geschäft Surmann weit über die Grenzen von Wiedenbrück hinaus bekannt.

1910 erweiterte Heinrich Surmann durch einen Anbau am Marktplatz den gastronomischen Bereich. Schon einige Jahrzehnte vorher war der Name Ratskeller vom nahen Rathaus auf dieses bekannte und gut gehende Gasthaus übertragen worden.

Bernhard Surmann führte den Handel mit viel Geschick durch die Wirren der Zeiten zwischen den beiden Weltkriegen. Er vergrößerte das Gebäude durch Zukauf und Umbau eines Nachbarhauses. Zimmer für Übernachtungsgäste wurden geschaffen. Zusammen mit seiner Frau Elisabeth lies er so die Gaststätte zu einer Institution werden, die aus Wiedenbrück nicht mehr weg zudenken ist. Die nächste Generation mit Josef und Hildegard Surmann erweiterte und verbesserte das gastronomische Angebot ständig. Im Laufe der Jahre wurde der Kunstdünger- und Kohlehandel aufgegeben und man stellte sich neuen Aufgaben. Der Beitritt des Hauses in die heute weithin bekannte Gruppe der Romantik Hotels und Restaurants war ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung.

1970-1974 errichtete Josef Surmann zur Langen Straße hin ein großzügiges Fachwerkhaus, das sich in seiner Bauweise und unter Verwendung eines alten Torbogens sowie altem Spruch- und Bildschnitzwerk beispielhaft gut dem alten Stadtbild anpasst.

1987 wurde durch einen An- und Umbau das bestehende Haus erweitert und verschönert. Die Hotelzimmer, Apartments und die Junior-Suiten sind individuell und liebevoll, größtenteils mit wertvollen Antiquitäten eingerichtet. Zusätzlich entstand ein technisch gut ausgestatteter Tagungsraum mit bequemen Armsesseln im ersten Stock. Daran schließen sich eine Pausenterasse und ein Gruppenarbeitsraum an. Von der Dachterrasse mit größzüger Sauna hat man einen weiten Blick über die roten Ziegeldächer der Stadt und die Flora Westfalica (Landesgartenschau 1988)

Seit dem Jahre 2001 führt Peter Surmann in 5. Generation das Familienunternehmen. Ein wichtiges Ziel ist es, den stets sich ändernden Ansprüchen der Gästen aus Nah und Fern gerecht zu werden. Das Motto lautet: Einfühlsam Neues zu schaffen und das Alte zu bewahren Aus diesem Grund wurden in den vergangenen Jahren in vielen kleinen Schritten Hotelzimmer nochmals modernisiert, durchgebaut und aufwendige Restaurierungsarbeiten an den Fachwerkfassaden durchgeführt.

Ein wunderschöner Biergarten auf dem alten Marktplatz rundet das gastronomische Angebot ab. Dort kann man unter alten Kastanien speisen oder einfach ein kühles Bier oder einen guten Wein genießen.